Pflegen kann man auch ohne Abitur
Wer Krankenschwester, Pfleger oder Hebamme werden will, soll künftig in allen EU-Ländern das Abitur machen. Das sieht ein Reformvorschlag der EU-Kommission zur Anerkennung von Berufsqualifikationen vor. Die persönlichen, fachlichen und intellektuellen Anforderungen in den Pflegeberufen seien gestiegen, argumentiert die EU-Kommission. Dem müsse man Rechnung tragen.
Zwar wird es zukünftig im Rahmen der Professionalisierung der Pflegeberufe zu immer mehr Anforderungsveränderungen kommen, dies darf aber nicht dazu führen, dass man die Eingangshürden für Pflegeberufe derart hoch ansetzt und geeignete Bewerberinnen und Bewerber mit mittleren Bildungsabschlüssen von vornherein ausschließt. Notwendige Eigenschaften in Pflegeberufen, wie hohe soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen ergeben sich nicht aus dem Bildungsabschluss, sondern sind in der Persönlichkeit der Bewerberin oder des Bewerbers begründet.
Es ist zu befürchten, dass die anvisierte EU-Regelung für die Ausbildung zur Krankenpflege das wachsende Problem fehlender Pflegekräfte noch verschärfen wird. Nach Schätzungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft werden bis 2020 rund 200.000 zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Wichtig ist es, die Zahl...
Ehrenmorde – niemals gerechtfertigt
Jährlich werden tausende Mädchen und Frauen im Namen der Ehre von ihrer eigenen Familie ermordet. Der Grund: Sie haben sich nicht gemäß ihrer traditionellen Rolle als Frau und Mutter verhalten und somit die Ehre des Mannes bzw. der gesamten Familie verletzt. Ehrverbrechen werden von nahen männlichen Verwandten begangen, um die Ehre der Familie zu bewahren bzw. wiederherzustellen. Aber: Ehrenmorde sind Morde aus einem falschen Ehrbegriff und können durch nichts legitimiert werden. Kein Mensch hat das Recht, im Namen der sogenannten Familienehre, ein anderes Familienmitglied zu töten oder Gewalt anzutun.
Verbrechen und Gewalt im Namen der Ehre an Mädchen und Frauen sind weltweit innerhalb traditionalistisch patriarchalischer Gesellschaften verbreitet. Die Dunkelziffer ist jedoch um ein vielfaches höher, weil viele Fälle nicht vor Gericht gebracht werden, sondern als Unfälle oder Selbstmord getarnt werden. Die Auslöser von Gewalt oder Verbrechen im Namen der Ehre sind sehr vielfältig. Anlässe können z.B. ein Gespräch mit einem Fremden, eine vor-oder außereheliche Beziehung oder nicht einen Mann zu heiraten, den die Familie ausgesucht hat.
Viele Taten werden vordergründig mit der Religion in Verbindung gebracht. Mit Religion...
Das Jahr 2012 – Festjahr in Bergedorf
Bergedorf wird im Jahre 2012 850 Jahre alt. Ein wahrlich triftiger Grund zum Feiern. Im Jahr 1162 wurde Bergedorf erstmals urkundlich erwähnt. Das damalige Bergedorp war zu dieser Zeit ein Ort mit eigener Kirche und gehörte zum Bistum Ratzeburg.
Rund um die Geschichte Bergdorfs wird es im Jubiläumsjahr 2012 zahlreiche Veranstaltungen geben. Hervorzuheben ist, dass die Vielfalt der Festlichkeiten Bergedorfs Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken ist. Das Bezirksamt spielte bei den Vorbereitungen nur eine koordinierende Rolle. Zahlreiche Vereine, Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen waren es, die ein Jubiläumsprogramm erarbeiteten, das sich sehen lassen kann. Viele haben Zeit, Mühe und Geld in die Vorbereitung der zahlreichen Veranstaltungen gesteckt. Präsentiert wird ein rundum gelungenes Programm, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Offizieller Festakt ist am 26. März im Bergedorfer Begegnungszentrum Haus im Park. Zentrales Kernstück der Feierlichkeiten ist die Festwoche ab 26. Mai, die mit unterschiedlichsten Aktivitäten zahlreiche Besucher anlocken wird. Am 31. März eröffnet im KulturForum Serrahn die Sonderausstellung Bergedorfer Hafen, Industrie und Arbeiterbewegung. Zur Woche des Gedenkens wird ab 14. April...
Das Jahr 2011 – ein gutes Jahr für Hamburg
Das Ergebnis der Hamburger Bürgerschaftswahl vom Februar war ein großer Vertrauensvorschuss für die SPD und zugleich Aufforderung, das Regierungsprogramm der SPD in konkretes politisches Handeln umzusetzen. Bereits im Sommer wurde die Kita-Gebührenerhöhung des CDU/GAL-Vorgängersenats zurückgenommen. Eltern mussten vormals mit Gebührenerhöhungen von bis zu 100 Euro pro Monat plus erhöhter Essensgebühr rechnen. Die Studiengebühren wurden abgeschafft. Zum Wintersemester 2012/2013 ist das Erststudium in Hamburg wieder gebührenfrei.
Die SPD hat auch beim Wohnungsbau Wort gehalten. Unter den CDU-Senaten war der Neubau von Wohnungen nahezu eingebrochen. Die SPD hat mit dem Vertrag für Hamburg die Voraussetzung für den Bau von jährlich 6.000 neuen Wohnungen geschaffen. Der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen wurde auf 2000 pro Jahr ausgeweitet. Die SPD setzt beim Wohnungsbau auf Dialog mit den Hamburgerinnen und Hamburgern und eine bessere Partizipation bei den Planungsprozessen. Das konsequente Umsteuern in der Wohnungsbaupolitik zeigt bereits erste überzeugende Wirkungen. Im November 2011 konnte mit 6.124 genehmigten Neubauwohnungen die Zielmarke von 6000 jährlichen Baugenehmigungen übersprungen werden.
Die SPD hatte im...
Ansehen des Präsidentenamtes nicht gefährden
Die Zustimmung zu Parteien, zu Politik und politischen Institutionen ist abhängig von der Akzeptanz ihrer Bürgerinnen und Bürger. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen von den Wahlurnen abwenden, muss der Bundespräsident alles dafür tun, um einem Ansehensverlust entgegenzutreten.
Jedem Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst ist es verboten, auch kleinste Geschenke oder Zuwendungen anzunehmen. Ein Amtsträger, der in Verdacht gerät, aufgrund seines Amtsbonus monetäre Vorteile zu erhalten – gleich welcher Art – beschädigt das Ansehen des Staatsamtes. Wenn nun öffentlich über zweifelhafte Details eines Kredits des Bundespräsidenten diskutiert wird, muss alles dafür getan werden, das höchste Staatsamt nicht zu beschädigen. Deshalb ist es notwendig, dass alle Fakten vom Bundespräsidenten auf den Tisch kommen.
Christel Oldenburg