Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

23.05.2016

»Freundeskreis der Sammlung de Weryha« wird zum eingetragenen Verein

Kunstfreunde sollten sich den 18. Juni 2016 vormerken – an diesem Samstag wird der »Freundeskreis der Sammlung de Weryha« seine Vereinsgründung vollziehen und feiern.

Der Freundeskreis etablierte sich im September 2015, um das Werk des Künstlers Jan de Weryha kunstinteressierten Menschen bekannter, es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ihm die größtmögliche Aufmerksamkeit zu verschaffen, die bestehende Sammlung de Weryha auszubauen und für die Zukunft zu bewahren. 

Konkret kann der Freundskreis z.B. die Sammlung im Reinbeker Redder 81 regelmäßig für die Öffentlichkeit zugänglich machen, Workshops, Führungen und Kunstaktionen insbesondere auch für junge Menschen durchführen und die Räume der Sammlung ausbauen und langfristig sichern

Jan de Weryha ist 1950 in Gdańsk/Danzig geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Gdańsk war er seit 1976 als freischaffender Bildhauer in Polen und ist seit 1981 in Hamburg tätig.

Seit dem Ende der 1990er Jahre gehört Holz zum Lieblingsmaterial  von Jan de Weryha. Die Erforschung und Offenlegung der geheimnisvollen Struktur und des Wesens des Holzes wurde für ihn einerseits zum künstlerischen...


17.05.2016

»Bündnis für das Wohnen« neu aufgelegt – jetzt sind 10.000 Wohnungen pro Jahr das Ziel

Das Bündnis für das Wohnen in Hamburg ist neu aufgelegt worden und soll jährlich 10 000 Baugenehmigungen absichern – 4000 mehr als bisher. Der Hamburger Senat und die Verbände der Wohnungswirtschaft haben sich am 12. Mai  auf ein Bündnispapier geeinigt und damit die Basis für noch mehr Wohnungsbau in Hamburg geschaffen. Von den genehmigten Bauten soll rund ein Drittel dem sozialen Mietwohnungsbau zugute kommen.

Die Vereinbarung stärke den kooperativen Planungsprozess in der Stadt, teilte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) mit.

Man erinnere sich: Im Jahr 2011 einigten sich der SPD-Senat und die Wohnungswirtschaft darauf, angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt jedes Jahr mindestens 6000 Wohnungen zu bauen – 2000 davon öffentlich gefördert.

Dieses erste  Bündnis für das Wohnen entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell: Rund 25.000 Wohnungen wurden in den vergangenen fünf Jahren fertiggestellt, für 18.000 Wohnungen liegt eine Baugenehmigung vor. Mit dem Ende der Legislaturperiode im März 2015 lief diese Bündnisvereinbarung aus.

Die jetzt beschlossene Neuauflage verfolgt noch ehrgeizigere Ziele:10.000 Baugenehmigungen pro Jahr sollen in der Hansestadt jährlich erteilt werden.

Dazu...


09.05.2016

»Sagen, was ist« – Olaf Scholz empfiehlt den Sozialdemokraten Realismus und Glaubwürdigkeit

Olaf Scholz ist nicht nur Erster Bürgermeister in Hamburg und SPD-Landesvorsitzender, sondern auch stellvertretender Vorsitzender der Bundes-SPD – nun hat er sich in der Diskussion über den Umgang mit der AfD zu Wort gemeldet und empfiehlt den Sozialdemokraten in einem Strategiepapier, sich auf eine ur-sozialdemokratische Tradition zu besinnen:

Sagen, was ist.   

Als Antwort auf die Komplexität der Moderne böten die rechtspopulistischen Gruppierungen einfache Erklärungsmuster, Verschwörungstheorien, Ressentiments, Chauvinismus und eine Affinität für autoritäre Perspektiven – das könnte auch der AfD dazu verhelfen, sich als Partei zu etablieren.

Wie also sollten die Sozialdemokraten mit der AfD umgehen?

Olaf Scholz formuliert ein paar Regeln, deren Kerngedanke sich so zusammenfassen ließe: Bleibt realistisch, glaubwürdig und offen gegenüber modernen Lebensweisen!

 

Die Sozialdemokraten sollten die AfD nicht dämonisieren, aber offen rechtsextreme Positionen oder Personen in der AfD anprangern.

Die Verschwörungstheorien der Neuen Rechten sollte die SPD eher als geschlossene Glaubenssysteme begreifen. »Dagegen  kommt man nur an mit Wahrheit und Klarheit. Deshalb sollten wir uns der ur-sozialdemokratischen...


02.05.2016

AfD: Chaotische Abläufe beim Programm-Parteitag und träge Abgeordnete in der Bürgerschaft

Nun hat sich die »Alternative für Deutschland« (AfD) also am vergangenen Wochenende in Stuttgart darangemacht, ihr Grundsatzprogramm zu verabschieden – das ist an sich schon ein ungewöhnlicher Vorgang, existiert die AfD doch schon seit gut drei Jahren und meinte bisher, auch ohne Grundsatzprogramm auskommen zu können.

Natürlich erfahren Parteiprogramme nur selten eine direkte Eins-zu-Eins-Umsetzung in der politischen Praxis, aber sie geben zumindest den Parteimitgliedern und dem außenstehenden Wähler eine gewisse Orientierungshilfe, wenn es darum geht, die prinzipielle Ausrichtung der Partei und die politischen Absichten halbwegs schlüssig einzuschätzen.

Im Falle der AfD war diese Einschätzung bisher nur schwer möglich – zu widersprüchlich waren die Äußerungen und Gesten ihrer führenden Köpfe. Folglich oszillierte das Erscheinungsbild der AfD in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen rechtskonservativ, nationalistisch, rechtspopulistisch und rechtsextrem.

Der Parteitag sollte es also richten und der AfD programmatische Leitlinien an die Hand geben. Schenkt man der Berichterstattung in diversen Medien indes Glauben, so zeichnete sich der AfD-Parteitag vor allem durch chaotische Abläufe, intransparente...


25.04.2016

»Produktivität finanziert Rente« anstatt »Junge finanzieren Alte« – ein denkwürdiger Ansatz in der Rentendiskussion

Unser bisheriges Rentensystem ist aus dem Ruder gelaufen, legte eine jüngst vorgelegte Studie des Westdeutschen Rundfunks nahe: Den WDR-Berechnungen zufolge droht ab 2030 etwa 25,1 Millionen der heute 53.7 Millionen Beschäftigten eine Armutsrente – sie wird nicht über dem Niveau der gesetzlichen Grundsicherung liegen.

Die Ursachen für diese dramatische Prognose sind vielfältig. Da ist zum einen das stetig sinkende Niveau in der gesetzlichen Rente, sie wird 2030 nur noch 43,5 Prozent des Durchschnittslohns der gesamten Lebensarbeitszeit betragen.

Um im Jahr 2030 eine Rente über dem Grundsicherungsniveau zu bekommen, müsste also ein Arbeitnehmer nach heutigem Stand 40 Jahre lang ununterbrochen pro Monat mindestens 2.097 Euro brutto verdienen.  Solche durchgängigen Erwerbsbiographien sind heute aber eher die Ausnahme als die Regel, das wäre ein weiterer Grund für die drohende Altersarmut.

Niedrige Löhne, die hohe Zahl teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer sowie der wachsende Anteil von Mini-Jobbern oder Solo-Selbstständigen am Arbeitsmarkt sind in dem aktuellen Rentenkonzept so nicht vorgesehen gewesen.

Schließlich hielt auch die staatlich geförderte private Altersvorsorge, die »Riester-Rente«, nicht das, was sich...


© SPD-Bergedorf (2008)

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