Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

07.01.2019

Ausblick 2019 – was uns dieses Jahr beschäftigen wird

Zum Jahresbeginn möchte ich auf einige Termine und Themen hinweisen, die im politischen Leben unserer Stadt und der Bundesrepublik von Bedeutung sind:

– Wahlen zur Bezirksversammlung und Europawahl am 26. Mai

Zusammen mit den Europawahlen finden am 26. Mai in Hamburg die Bezirksversammlungswahlen statt. Die Bezirksversammlung wird von den wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohnern eines Bezirks gewählt. Die Bezirksversammlung Bergedorf hat generell 45 Mitglieder, aufgrund des Wahlrechts zurzeit zwei zusätzliche Mitglieder.

Die Bezirksversammlung kontrolliert die Führung der Geschäfte des Bezirksamtes. Sie kann in allen Angelegenheiten, für die das Bezirksamt zuständig ist, das Bezirksamt bindende Beschlüsse fassen. Gegenüber den Fachbehörden kann sie Empfehlungen aussprechen.

– Bürgerschaftswahl in Bremen, Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen

Am 26. Mai wählen die Bremer ihr neues Stadtparlament, in Brandenburg und Sachsen sind die Bürger am 1. September zur Landtagswahl aufgerufen, in Thüringen schließlich kämpfen die Parteien bei der Landtagswahl am 27. Oktober um Mandate und Prozente.

Klar ist jetzt schon, dass bei der aktuellen Lage die Wahlen in...[mehr]

Kategorie: Kolumne

17.12.2018

Schlussakkord vor der Weihnachtspause – der Haushalt 2019/2020 steht

Am letzten Donnerstag, 13. Dezember, beschloss die Bürgerschaft nach dreitägigen Beratungen den Hamburger Doppelhaushalt 2019/2020; in den letzten Monaten kämpften sich die Abgeordneten in zahllosen Ausschuss- und Gremiensitzungen durch das umfangreiche Zahlenwerk, feilten teils bis in den späten Abend an den Etatplänen und rechneten diverse Haushaltsposten durch.

Der Doppelhaushalt sieht für das kommende Jahr Ausgaben in Höhe von mehr als 15,5 Milliarden und für 2020 in Höhe von knapp 16 Milliarden Euro vor. Im kommenden Jahr entspricht das einer Steigerung von mehr als neun Prozent zum laufenden Jahr. Für 2020 beträgt das Plus noch einmal drei Prozent.

Zweistellige Zuwächse verzeichnen die Etats für Wissenschaft, für Schule und Berufsbildung und für die Innenbehörde. Mittelfristig sollen die Investitionen von aktuell 868 Millionen auf 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 steigen.

Die Verabschiedung des Doppelhaushaltes markiert des Ende eines anstrengenden Bürgerschaftsjahres –aufgrund der Arbeitsbelastung der Bürgerschaftsabgeordneten stellt sich die Frage, ob das Modell eines Teilzeit- oder »Feierabend«-Parlamentes noch zeitgemäß ist oder die Umwandlung der Bürgerschaft in ein Vollzeitparlament nicht...[mehr]

Kategorie: Kolumne

10.12.2018

Mehr Geld für Hamburgs Bürgerhäuser – auch Bergedorf profitiert

Eine wichtige Rolle spielen in den Hamburger Bezirken die »Bürgerhäuser« – sie bieten  für die Bewohnerinnen und Bewohner  bedarfsgerechte Angebote, von der Kultur über die Bildung bis zur Möglichkeit, über die Bürgerhäuser als Treffpunkt sich zu vernetzen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Bürgerhäuser stellen Räume zur Verfügung, etwa für örtliche Initiativen und Vereine; damit stärken sie auch die Zivilgesellschaft und Beteiligungskultur vor Ort und erreichen vielfältige Zielgruppen in den Stadtteilen.

Der Bezirk Bergedorf ist mit Bürgerhäusern recht gut ausgestattet, allerdings fiel bisher die Finanzierung der Bürgerhäuser nicht gerade üppig aus – jetzt soll es mehr Geld für die Bürgerhäuser geben.

Die Bürgerhäuser in Bergedorf werden zu einem großen Teil aus dem Haushalt des Bezirkes finanziert, für 2019 sieht die Planung etwa Bezirksmittel in Höhe von 271.703 EUR für die Bürgerhäuser vor.

Damit sind die Kosten aber noch lange nicht gedeckt; der Haushaltsansatz für die Unterhaltung der Bürgerhäuser geht 2019 von insgesamt 594.376 EUR aus, davon entfallen folgende Beträge auf die einzelnen Bürgerhäuser als gesamte Zuwendung:

Mehrgenerationenhaus brügge...[mehr]

Kategorie: Kolumne

03.12.2018

Erschreckend viele Fälle an häuslicher Gewalt – wenn der Partner zum Täter wird

Letzte Woche beschäftigte sich die Bürgerschaft in ihrer aktuellen Stunde mit einem Thema, dass im Jahre 2018 für aufgeklärte Menschen in seiner Brisanz nur schwer vorstellbar ist: die häusliche Gewalt, genauer: die Partnergewalt, noch genauer: die Gewalt von Männern gegenüber ihren Frauen, Freundinnen, Lebensgefährtinnen.

Bundesweit kamen 2017 knapp 140.000 Fälle von Partnergewalt zur Anzeige, dabei dürfte die Dunkelziffer  weit höher liegen, da geschätzt nur jedes fünfte Opfer überhaupt Hilfe sucht.

Auch in Hamburg kommt häusliche Gewalt viel zu häufig vor, in allen sozialen Milieus:

2017 stellten in der Hansestadt rund 5.500 Opfer Strafanzeige gegen ihre gewalttätigen Partner. Dabei fallen zwei Umstände besonders ins Auge:  Erstens sind die meisten Opfer häuslicher Gewalt weiblich, zweitens sind die meisten Täter Deutsche – Partnergewalt ist also nicht erst mit den Migranten eingewandert.

Einer Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) zur Partnerschaftsgewalt zufolge waren gut 82 Prozent der im vergangenen Jahr registrierter Opfer Frauen. 147 von ihnen haben nicht überlebt - im Schnitt alle zweieinhalb Tage stirbt eine Frau durch einen gewalttätigen Ehemann, Lebensgefährten oder...[mehr]

Kategorie: Kolumne

26.11.2018

In Berlin wird auch noch politisch gehandelt – künftige Änderungen in der Sozial-, Steuer-, Renten- und Arbeitspolitik

Manchem Betrachter des bundespolitischen Lebens in Berlin mag sich der Eindruck aufdrängen, dass die politischen Akteure sich hauptsächlich um ihre eigenen Belange kümmern, die Parteien in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sind.

Diesem Argwohn mag ein gewisses Maß an Wahrheit innewohnen, er beschreibt jedoch nicht das ganze Bild: In Berlin wird tatsächlich auch noch Politik gemacht. So hat das Bundeskabinett in den letzten Monaten ein ganzes Bündel an sozial- und finanzpolitischen Maßnahmen beschlossen, die überwiegend im nächsten Jahr ihre Wirkung entfalten werden.

Anbei sei ein kleiner Überblick der  verabschiedeten Regelungen erlaubt:

– Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt von 3,0  % auf 2,6 %.

– Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung steigt auf 6.700 Euro pro Monat (West).

– Mit dem Gesetz zur sogenannten Brückenteilzeit haben Arbeitnehmer künftig das Recht, zeitlich befristet in Teilzeit zu arbeiten.

– Die Sätze zum Arbeitslosengeld II (»Hartz IV«) steigen geringfügig.

– Mit dem Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) sollen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung  wieder komplett paritätisch von...[mehr]

Kategorie: Kolumne