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Dr. Christel Oldenburg MdHB

03.02.2020 16:44 Kategorie: Kolumne

»Zusammenhalt hat Zukunft« – Diskussionsabend mit Kultursenator Dr. Carsten Brosda am 13. Februar in der LOLA


Einen besonderen Termin und intellektuellen Leckerbissen sollten sich alle (kultur-)politisch interessierten Bürger vormerken: Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda kommt nach Lohbrügge.

Auf Einladung der SPD Bergedorf stellt er am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 19 Uhr im Stadtteilkulturzentrum LOLA (Lohbrügger Landstraße 8) seine beiden jüngsten Bücher vor und diskutiert im Anschluss mit dem Publikum über das Kulturleben in Bergedorf und die Anforderungen an die Kulturpolitik in der Hansestadt.

Das Motto des Gesprächsabends lautet »Zusammenhalt hat Zukunft. Von fruchtbarem Streit und anderen kulturellen Notwendigkeiten«. Mir obliegt die angenehme Aufgabe, an diesem Abend die Moderation zu übernehmen. 

Carsten Brosda studierte Journalistik und Politikwissenschaft, wurde mit einer Arbeit zum Thema »Diskursiver Journalismus« promoviert. Nach zahlreichen beruflichen Stationen ist er seit 2016 Hamburger Senator für Kultur und Medien.
Im vergangenen Sommer erregte sein Essay »Die Zerstörung« beträchtliche Aufmerksamkeit, in dem er auf das vieldiskutierte Rezo-Video reagierte und den Zustimmungsverlust der klasssischen Volksparteien (besonders der SPD) thematisierte.

Mit analytischer Präzision, bisweilen auf hohem abstrakten Niveau, untersucht Carsten Brosda in »Die Zerstörung« die Ursachen für das aktuelle Abrutschen der großen Volksparteien in der Wählergunst. Dabei gliedert er seine Analyse in sechs Kapitel, die analog zum Titel des Rezo-Videos jeweils von der »Zerstörung« handeln; von der Zerstörung des öffentlichen Gesprächs, der Mitte, der offenen Gesellschaft, des Planeten, der Zuversicht und der Volksparteien.

Im siebenten Kapitel »Der Wiederaufbau« indes setzt der engagierte Autor zum Gegenzug an, sieht durchaus Chancen und probate Mittel, um den ramponierten Zustand unserer Zivilgesellschaft zu revitalisieren. Dabei plädierte er für den offenen, aber rationalen Disput der politischen Konzepte und spricht sich für den Willen zum Kompromiss aus.    

Das sprachlich-diskursive Niveau seines Essays verlangt den Lesern durchaus Aufmerksamkeit ab; dafür belohnt die Lektüre mit gedanklichem Tiefgang, überraschenden Volten in der Argumentation und durchaus motivierenden Ein- und Ansichten, um dem bisweilen tristen Zustand unserer Kommunikationskultur ein aktives Wollen und Wirken entgegenzusetzen.

In seinem jetzt erscheinenden Buch »Die Kunst der Demokratie« führt Carsten Brosda diesen Leitgedanken fort und skizziert die zentrale Rolle von Kunst und Kultur, wenn es darum geht, Freiheiten zu sichern und als Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.
Das Buch ist gerade eben veröffentlicht worden, daher bin auch ich sehr gespannt, zu welchen Schlüssen Carsten Brosda in »Die Kunst der Demokratie« kommt.

Die intellektuelle Umtriebigkeit unseres Kultursenators nehmen nicht nur viele Sozialdemokraten erstaunt bis wohlwollend zur Kenntnis – mancher Zeitgenosse vergleicht Carsten Brosda schon mit dem früheren Vordenker der SPD, Peter Glotz.

Am 13. Februar also wird Carsten Brosda im Gespräch mit mir die beiden Werke in der LOLA vorstellen und mit dem Publikum diskutieren. Der Eintritt ist natürlich frei, alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen.

Freuen wir uns auf einen geistig anregenden und diskursiv lebendigen Abend!


Christel Oldenburg