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Dr. Christel Oldenburg MdHB

11.09.2017 17:05 Kategorie: Kolumne

Sonderausstellung im Museum der Arbeit: 150 Jahre »Das Kapital«


»Das Kapital« von Karl Marx gilt als ein Jahrhundertwerk der politischen Ideengeschichte und wurde 1867 in Hamburg veröffentlicht, also vor 150 Jahren. Anlässlich des Jubiläums widmet das Museum der Arbeit bis zum 4. März 2018 dem Buch eine sehr empfehlenswerte Ausstellung zu seiner Geschichte, der Wirkung und Aktualität.

»Das Kapital« ist das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band der »Kritik der politischen Ökonomie«, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner.

Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Die Ausstellung im Museum der Arbeit zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ »Das Kapital« spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut.

Ziel der Ausstellung ist es, so das Museum der Arbeit, »die Besucher zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.«

Wie aber widmet man einem inhaltlich nicht ganz einfachen Buch und seiner Wirkungsgeschichte eine Ausstellung, die den Betrachter nicht ermüden, sondern animieren will, sich mit der Geschichte und Aktualität von Karl Marx’ »Kapital« zu beschäftigen?

Der aus Berlin stammende Kurator der Ausstellung, Joachim Bauer, setzt beim Ausstellungskonzept auf die Technik, »das Thema in kleine Portionen zu zerhacken.« Die Ausstellungskapitel heißen entsprechend »Das Kapital ›schreiben‹, ›veröffentlichen‹, ›lesen‹, ›begreifen‹, ›diskutieren‹.«

Die  Ausstellung beginnt mit einem Supermarkt voller Konservendosen, auf denen alles Mögliche steht: Brot, Fleisch, Wasser, Bier – aber auch Gesundheit, Wohnraum, Zeit, Träume.

»Die Frage, die wir hier in den Raum stellen wollen, ist: Was sind alles Waren? Was kann alles zur Ware werden? Finden wir es eigentlich gut, dass alles Ware ist? Zum Beispiel Wohnraum – oder Gesundheit«, sagt Bauer.

Begleitend zur Ausstellung bietet das Museum der Arbeit weitere Veranstaltungen an, etwa einen Lesekreis zu »Das Kapital«, einen Vortrag zum Werk und der Geschichte des Kapitalismus von Prof. Dr. Jürgen Kocka, Autorengespräche oder Workshops für Schulklassen.

Weitere umfangreiche Informationen zur Ausstellung und zum breitgefächerten Rahmenprogramm finden sich auf der Website des Museums der Arbeit: www.museum-der-arbeit.de .

Am Samstag, 2. Dezember um 14 Uhr möchte ich unter dem Motto »Gemeinsam ins Museum« mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Ausstellung besuchen – kommen Sie doch gerne mit!


Christel Oldenburg