Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

09.10.2017 15:07 Kategorie: Kolumne

Hamburg-Klausur von Partei und Fraktion – SPD gibt Startschuss für Dekade des Schnellbahnausbaus


Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Partei, Fraktion, Bezirken und Senat haben am Wochenende an der traditionellen Hamburg-Klausur der SPD in Boltenhagen teilgenommen. Die Klausurtagung im Iberotel der Ferienanlage »Weiße Wiek« an der Ostseeküste bietet eine der wenigen Gelegenheiten, mit so vielen Genossinnen und Genossen persönlich zusammenzukommen und sich auch abseits der Politik näher kennenzulernen, etwa beim Abendessen oder gemeinsamen Beisammensein.

Natürlich aber ging es bei der Klausur zuvörderst um die inhaltlichen Ziele der SPD – im Mittelpunkt des von SPD-Landeschef Olaf Scholz und SPD-Fraktionschef Andreas Dressel geleiteten Treffens stand der geplante Ausbau von U- und S-Bahnen. Das erste Mal seit den 60er/70er Jahren steht der Ausbau des Personennahverkehrs in solchen Dimension wieder auf der Tagesordnung, die Projekte sollen jetzt in Angriff genommen werden.

Hochbahnchef Henrik Falk und S-Bahnchef Kai Uwe Arnecke stellten gemeinsam mit Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof den aktuellen Planungsstand der verschiedenen Projekte dar. Einigkeit wurde erzielt, das Thema Stadtentwicklung und Schnellbahnausbau noch stärker gemeinsam zu denken.

Außerdem richteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hamburg-Klausur einen klaren Appell an den neu gewählten Bundestag, die Investitionsmittel des Bundes für den schienengebundenen Nahverkehrsausbau in den Ländern deutlich anzuheben, da nur so die Ziele bei Luftreinhaltung und Verkehrswende erreichbar seien.

 

Fraktionschef Dressel erläuterte die Dimensionen der Planungen:

»Mehrere 100.000 Menschen unserer Stadt werden von der breit angelegten Ausbaustrategie für unsere Schnellbahnen, die wir jetzt starten, ganz konkret profitieren.

Mit der U4-Verlängerung, der neuen U5, der S4, der S21, den notwendigen Verstärkungen der S-Bahn-Kapazitäten nach Harburg und Bergedorf wird ein bis zu 100 Kilometer langer Schnellbahnausbau geplant, der für die Mobilität und die Entwicklung unserer Stadt und der Metropolregion von zentraler Bedeutung ist.

Dieses müssen auch die neuen Mehrheiten im Bundestag berücksichtigen.

Die möglichen neuen Koalitionspartner CDU, FDP und Grüne in Berlin sind aufgefordert, die Investitionsanstrengungen beim Schnellbahnausbau zu unterstützen. Die Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch.«

Dressel wies darauf hin, dass die Ausbauplanungen angesichts der Fahrgastentwicklung schlicht zwingend seien: »Die Fahrgastzahlen wachsen schneller als die Bevölkerung. Unser Hauptbahnhof platzt aus allen Nähten, ist ein echtes Nadelöhr im bundesdeutschen Bahnnetz.

Die Planungen für die S4 haben bald die Umsetzungsreife erreicht. Die große Einigkeit quer durch alle Parteien und über Ländergrenzen hinweg sollte gute Voraussetzungen für die Umsetzung der Planungen geschaffen haben.«

Wegen der Herbstferien erscheint die nächste Kolumne am 30. Oktober.

 

 

Christel Oldenburg