Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

29.10.2018 16:07 Kategorie: Kolumne

Zum Gedenken an Isgard Moje-Wohlgemuth


Foto: Europäisches Museum für Modernes Glas, CC BY 4.0

Ein Glaskünstlerin von internationalem Rang und mit Bergedorfer Wurzeln lebt nicht mehr: Am 20. Oktober verstarb Isgard Moje-Wohlgemuth an ihrem Alterssitz in den Vierlanden.

Mit Isgard Moje-Wohlgemuth verband mich eine persönliche Beziehung, seitdem sie 2012 von ihrem bisherigen Wohnort in Meyenburg bei Bremen wieder nach Bergedorf gezogen ist – hier hatte sie 1961 zusammen mit ihrem Mann, dem berühmten Glaskünstler Klaus Moje, die Glaswerkstatt Hamburg gegründet.

Zu ihrem Einstand in Bergedorf hatte mein Mann Rudi Walter eine Ausstellung im Kulturforum organisiert, die Hunderte Besucher anlockte und Isgard Moje-Wohlgemuth sehr erfreute.

Die Bergedorfer Zeitung schrieb zur Ausstellung: »Als Isgard Moje-Wohlgemuth nach jahrelangen Experimenten ihre mit Metallsalzen bemalten Gläser erstmals öffentlich zeigte, waren sie eine Sensation. […] Im Lauf der Jahre steigerte die Bergedorferin die Wirkung ihrer Arbeiten durch verfeinerte Arbeitsgänge des Bemalens und des darauf folgenden Brennens im Ofen. […] Moje-Glas fehlt heute in keinem der relevanten Museen in Deutschland, Westeuropa, Japan und USA.«

Isgard Moje-Wohlgemuth wurde  1941 in Gumbinnen, Ostpreußen geboren. Von 1956 bis 59 absolvierte sie eine Ausbildung an der Staatlichen Glasfachschule Hadamar in Hessen und war anschließend als Designerin in der Glasindustrie tätig.

1961 gründete sie zusammen mit ihrem Mann Klaus Moje die Glaswerkstatt in Hamburg-Bergedorf, übernahm in den Folgejahren Aufträge für Bleiglasfenster, Glasmalerei und Restaurierungsarbeiten. 1962 wurde ihr Sohn Jonas geboren, 1964 kam Tochter Mascha zur Welt.

1967 präsentierte Isgard Moje-Wohlgemuth erste Ergebnisse jahrelanger Versuche an farbiger Hohlglasmalerei, seit 1967 folgten Ausstellungen im In- und Ausland in Galerien, Museen und im Atelier.

Befristete Dozenturen übernahm die Künstlerin u. a. an der Pilchuck Glass School in den USA, am Royal College of Art /Großbritannien und an der Canberra School of Art in Australien.

Bis 1980 bestand ihre Werkstattgemeinschaft mit Klaus Moje, danach trennten sich ihre Wege. Isgard Moje-Wohlgemuth widmete sich anschließend dem Aufbau ihres Ateliers in Meyenburg (nördlich v. Bremen); dort lebte und wirkte sie bis zu ihrer Rückkehr nach Bergedorf im Jahre 2012, wo sie ihren Lebensabend verbrachte.

Glastechnisch bekannt wurde Isgard Moje-Wohlgemuth vor allem für ihre Farbgläser, ofenverformten Gläser, diamantgestippten Gläser und ihren Glas-Schmuck. Sie erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen und ist mit ihren Werken in vielen Museen der Welt vertreten.

Isgard Moje-Wohlgemuth wurde 77 Jahre alt.

 

Christel Oldenburg